... dass die Lehrerinnen und Lehrer in den Grundschulen im Vergleich zu allen anderen Lehrkräften in Hessen deutlich schlechter bezahlt werden? Sie erhalten trotz gleicher Ausbildung eine ganze Gehaltsstufe weniger Gehalt, als ihre Kolleginnen in den weiterführenden Schulen.

Statt „A 13“, wie die Gehaltsstufe bei den Beamtinnen und Beamten heißt, erhalten sie nur „A 12“. (A steht dabei für „Allgemeine Besoldung“ der Beamtinnen und Beamten in Hessen, 13 steht für die Eingruppierung aller Lehrkräfte in Hessen – nur nicht der Grundschullehrkräfte).  

Die Lehrkräfte an Grundschulen verwirklichen trotz mangelnder Unterstützung und Ressourcen die Inklusion aller Kinder, arbeiten mit Förderschullehrkräften zusammen,  gestalten den Unterricht für die Kinder individuell und arbeiten daran, jedes Kind bestmöglich zu fördern. Trotzdem werden sie schlechter gestellt als Förderschullehrkräfte, die A 13 erhalten.

Längst ist der Lehrkräftemangel an Grundschulen ein großes Problem in Hessen. Immer öfter werden nicht für Grundschulen ausgebildete oder gänzlich anders qualifizierte Lehrkräfte in den Grundschulen eingesetzt. Auch immer mehr Beschäftigte werden wieder befristet eingestellt. Die GEW sorgt sich um die Bildungsqualität in den Grundschulen und fürchtet die schleichende Abwertung der Grundschulpädagogik. Auch um wieder mehr Nachwuchskräfte für das Studium Grundschullehramt  zu gewinnen, ist die Aufwertung und größere Anerkennung durch die Bezahlung nach „ A 13“ unbedingt erforderlich.

Das Land Hessen verfügt in seinem laufenden Haushalt über genügend Mittel, die Aufwertung nach A 13 für Grundschullehrkräfte ohne jede zusätzliche Steuererhöhung zu finanzieren. 70 Mio. Euro würde die Gleichstellung kosten. Die GEW Hessen fordert dieses Geld auszugeben, damit  der Beruf der Grundschullehrerin wieder attraktiv wird und endlich eine gerechte Bezahlung des Grundschullehramtes nach A13 erfolgt.

Der Kreisvorstand Alsfeld der Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte zum fünften Mal seine Mitglieder zu einem Tagesauflug eingeladen. Diesmal ging es bei sonnigem Herbstwetter in die wunderschöne Renaissancestadt Hann.-Münden.

Eine Altstadtführung durch das einmalige Ambiente der historischen und ausgezeichneten Fachwerkstadt an drei Flüssen sowie die beeindruckenden Fachwerkfassaden und Fachwerkhäuser aus sechs verschiedenen Jahrhunderten, aber auch die Geschichten des legendären Wanderarztes Doktor Eisenbart mit seinen Behandlungsmethoden machten diese Führung zu einem besonderen Erlebnis.

Bei der Führung Bauer, Bürger, Edelleute konnten die TeilnehmerInnen der Bauersfrau Martha durch die mittelalterliche Stadtanlage folgen. Dabei erfuhren sie von ihr, wie Handel und Handwerk, Obrigkeit und Kirche, Rechtsprechung und Strafen, Heilkunden und Krankheit, die Wohnsituation sowie Feste und Märkte das Alltagsleben ihrer Bewohner prägten. Alltagsgegenstände aus damaliger Zeit und die als Bauersfrau gekleidete Martha mit ihren Geschichten nahmen die Gewerkschafter mit auf eine anschauliche Reise ins Mittelalter.

Der Abschluss bildete ein gemeinsames Kaffetrinken im einmaliges Ambiente der entweihten Aegidienkirche.


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Zum Elternbrief des Hessischen Kultusministeriums zum Schuljahr 2018/19 und zur Pressekonferenz des Staatlichen Schulamtes Gießen/Vogelsberg mit Staatssekretär Lösel:

Der Elternbrief von Minister Lorz und die Aussagen des Staatssekretärs Lösel bei der Pressekonferenz in der vergangenen Woche verärgern sehr viele Lehrkräfte an den Schulen in Hessen und stellen eine massive Täuschung von Eltern, SchülerInnen und Öffentlichkeit dar.

Man fragt sich, ob der Minister die Öffentlichkeit bewusst in die Irre führen will, indem er von „nur qualifizierten Lehrkräften spricht“, die in Hessens Schulen eingesetzt würden: „Trotz dieser Herausforderung (Über 50.000 neue SchülerInnen aufgrund von Zuwanderung und Flucht seit 2015) haben wir uns im Gegensatz zu anderen Ländern entschieden, für den in der Stundentafel vorgesehenen Unterricht auch weiterhin nur auf qualifizierte Lehrkräfte zu setzen.“
Von welcher Qualifizierung spricht der Minister hier?

Es gibt aufgrund von Fehlplanungen und schlechten Arbeitsbedingungen nicht genügend voll ausgebildete Lehrkräfte. Daher unterrichten an den Schulen Hessens aktuell viele Personen, die kein erstes oder zweites Staatsexamen besitzen und dennoch teilweise als Klassenlehrer eingesetzt werden. Lorz suggeriert der Elternschaft, dass alle ihre Kinder in allen Kernfächern von fertig ausgebildeten Lehrern unterrichtet werden. Das ist so nicht korrekt.

Am Samstag, 22. September findet in Kassel eine Kundgebung zur Verbesserung der Arbeitsbedingung in Schulen statt .

Wir fahren mit dem Zug ab Treysa zum Kasseler Hauptbahnhof und nutzen unser Landesticket.

Dazu treffen wir uns  um 7:45 Uhr an der Stadthalle in Alsfeld und bilden Fahrgemeinschaften nach Treysa. Von dort geht um 8:49 Uhr der Zug nach Kassel.

Zurück geht es ab Kassel um 14:23 Uhr und wir werden gegen 15:30 Uhr wieder in Alsfeld ankommen.

Aufruf der GEW-Hessen

Flyer

30. August, 19 Uhr, Kongresshalle Gießen

Diskutieren Sie mit!

Eingangsreferat: Maike Wiedwald

Diskussion mit den Landtagsabgeordneten

  • Christoph Degen, SPD
  • Gabi Faulhaber, DIE LINKE
  • Wolfgang Greilich, FdP
  • Frank Steinraths, CDU
  • Mathias Wagner, BÜNDNIS 90. DIE GRÜNEN

Moderation: Klaus Pradella, HR

Veranstalter: GEW Gießen, Alsfeld und Lauterbach