Alsfeld (lb). "Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus sind auch in der heutigen Zeit brandaktuelle Themen und selbst im Vogelsbergkreis präsent. Keine Generation ist davon frei und wir alle tragen die Verantwortung für unser gemeinsames Wohl im friedlichen Miteinander", lautete am Montagabend der Tenor in der Alsfelder Max-Eyth-Schule (MES) zur Ausstellungseröffnung von "...Gerade Dich, Arbeiter, wollen wir" - Nationalsozialismus und freie Gewerkschaften im Mai 1933.


"In wenigen Wochen ist es 80 Jahre her, dass der Nationalsozialismus die demokratische Gewerkschaftsbewegung in Deutschland zerschlug und viele Gewerkschaftler verhaftete, folterte und ermordete", eröffnete Claudia Galetzka, Schulleiterin der MES, den Abend. Sie zeigte sich erfreut, dass der Deutsche Gewerkschaftsbund und engagierte Kollegen, insbesondere der Geschichts- und Politiklehrer Ralf Fei, die Ausstellung an der Schule ermöglichten, um den Schülern, Lehrern und der Öffentlichkeit ein fundiertes und umfangreiches Angebot zur Erinnerung an die "Machtergreifung" zu bieten.

Fei nahm als Koordinator der Fachrichtung Politik den "roten Faden" der Schulleiterin auf und vertiefte die Thematik mit ausführlichen Darstellungen. "Laut einer Studie kennen rund 40 Prozent der Jugendlichen nicht den Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie und nur knapp jeder zweite Neunt- und Zehntklässler hat keinen Zweifel am Diktaturcharakter des Nationalsozialismus", gab der Lehrer zu bedenken und erinnerte an den Auftrag von Schule und Gesellschaft, den jungen Menschen eine Möglichkeit zu schaffen, in der sie sich intensiv mit der Bedeutung demokratischer Werte auseinandersetzen könnten.

Frankfurt GEW: Bei den Warnstreiks der Beschäftigten des Landes Hessen traten heute mehrere Tausend Betroffene in den Ausstand. Zum Warnstreik aufgerufen waren unter anderem auch die angestellten Lehrkräfte des Landes, die sozialpädagogischen Fachkräfte an Schulen sowie die Beschäftigten der hessischen Hochschulen. Hessenweit beteiligten sich über 4.000 Beschäftigte an den Arbeitskampfmaßnahmen, darunter auch knapp 300 tarifbeschäftigte Lehrkräfte und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die GEW und die anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes verlangen in der Tarif- und Besoldungsrunde 2013 vom Land eine Anhebung der Bezahlung um 6,5 Prozent. Zudem soll endlich die 2009 für die Angestellten tariflich vereinbarte Arbeitszeit von 40 Wochenstunden auf die Beamtinnen und Beamte des Landes übertragen und eine entsprechende Verkürzung der Pflichtstunden der Lehrkräfte vorgenommen werden. Darüber hinaus fordert die GEW eine Beschränkung der an Schulen und Hochschulen weit verbreiteten Befristungspraxis. Befristete Arbeitsverhältnisse sollen verstärkt durch reguläre Beschäftigung ersetzt werden. Ein weiterer Streitpunkt ist der Erholungsurlaub. Hier hatte das Land Hessen die tarifvertragliche Regelung zum Urlaub gekündigt, ohne allerdings bisher einen Vorschlag zu diesem Gegenstand auf den Tisch zu legen.

Bilddatei mit StreikaufrufDie Gewerkschaften verhandeln seit dem 1. Februar mit dem Land Hessen über
eine Gehaltserhöhung für die Tarifbeschäftigten des Landes. Bisher hat der
Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt. Offenbar ist er nur durch Druck dazu zu
bewegen, die berechtigten Forderungen der Gewerkschaften ernsthaft zu beraten
und zu einem Verhandlungsergebnis zu kommen.
Die GEW fordert in der Tarifrunde 2013

  • Anhebung der Tabellenentgelte um 6,5 Prozent!
  • Begrenzung befristeter Arbeitsverträge!

Wir die Übertragung des Tarifergebnisses auf Beamtinnen und
Beamte. Zur Durchsetzung dieser Forderungen ruft die GEW ihre tarifbeschäftigten
Mitglieder im Bereich des TV-Hessen am Mittwoch, den 6. März 2013, zu
Warnstreiks auf.

Oberhessische Zeitung vom 22.01.2013

Mitgliederversammlung des GEW Kreisverbandes Alsfeld in der Max-Eyth-Schule - Ein Thema bleibt die Inklusion

Geschäftsführer Ralf Fei, Landesvorsitzender Jochen Nagel und Kreisvorsitzende Sigrid KrauseALSFELD (gsi). Bei der jährlichen Mitgliederversammlung des GEW-Kreisverbandes (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) Alsfeld diskutierten zahlreiche Mitglieder mit der Kreisvorsitzenden Sigrid Krause, dem Kreisgeschäftsführer Ralf Fei und dem Landesvorsitzenden Jochen Nagel aktuelle bildungspolitische Themen. Die Schwerpunkte der Tagesordnung - Forderungen in der Tarifrunde, die Umsetzung der Inklusion, die Diskussion um G8/G9, das geplante Kinderförderungsgesetz und die Installierung eines Landesschulamtes - fassten Krause, Fei und Nagel in einem Pressegespräch nach der Versammlung zusammen.

In die Tarifrunde, so Nagel, wolle die GEW mit einer Forderung von 6,5 Prozent Gehaltserhöhung für Angestellte eintreten. Diese Forderung soll auch auf die Beamten übertragen werden. Bereits im Vorfeld dieser Sitzung war diese Haltung in den entsprechenden schulischen Gremien und gemeinsam mit den beteiligten Gewerkschaften ausgehandelt worden. Darüber hinaus fordert die GEW für angestellte Lehrkräfte einen eigenen am Tarifrecht und nicht wie bisher am Beamtenrecht orientierten Entgeltvertrag.

 

Anlässlich der morgigen Debatte im Kulturpolitischen Ausschuss des Landtages um das geplante „Praxissemester“ erklärt Jochen Nagel, Vorsitzender der GEW Hessen:

„Das geplante Praxissemester ist eine Mogelpackung, die wieder einmal vor allem auf eines abzielt: Kürzen, kürzen, kürzen. Die Ausbildung der angehenden Lehrkräfte wird hierdurch keinesfalls verbessert oder praxisnäher. Das Gegenteil ist der Fall: Da das geplante Praxissemester alle bisherigen und aufeinander aufbauenden Praxisphasen (Orientierungspraktikum, Betriebspraktikum, schulpraktische Studien), die einen spezifischen Beitrag zur Entwicklung von Lehrerprofessionalität leisten, ersetzt, stellt es faktisch eine Verschlechterung der Ausbildung dar. Auch eine wirkungsvolle Unterstützung und Betreuung der Studierenden ist in keiner Weise angedacht.“

„Zu beachten ist überdies, dass die Praktikantinnen und Praktikanten in einem sehr frühen Stadium ihres Studiums an den Schulen unterrichten sollen. Zu diesem Zeitpunkt haben sie weder eine hinreichende fachliche oder fachdidaktische Ausbildung noch können sie bereits die professionelle Reflexionsfähigkeit ausgebildet haben, um Schülerinnen und Schülern wirklich gerecht zu werden. Erneut werden diese also zu Versuchsobjekten bildungspolitisch unausgegorener Reformen gemacht“, so Nagel abschließend.