6,5 Prozent Lohnzuwachs für die Tarifbeschäftigten sowie Übertragung des Ergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten des Landes forderte Karola Stötzel, stellvertretende Landesvorsitzende der GEW-Hessen, zur ersten Verhandlungsrunde Anfang Februar in Wiesbaden. Am 22. Februar gehen die Verhandlungen auf der Arbeitsebene in die zweite Runde.

Im Schulbereich in Hessen arbeiten derzeit über 9.000 Tarifbeschäftigte. „Über zwei Drittel dieser angestellten Lehrerinnen und Lehrer haben nur befristete Verträge. Viele von ihnen erhalten nach wie vor keine Bezahlung in den Sommerferien. Diese Praxis, die den Betroffenen keine Perspektiven bietet, muss deutlich eingeschränkt werden“, erläutert Karola Stötzel die Position der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Eine Praxis, die mittlerweile auch im Hochschulbereich zu einer starken Zunahme befristeter Arbeitsverhältnisse führt. 

Sekt und Gläser

18. Januar 2013 Aula der Max-Eyth-Schule

Der GEW Kreisverband lädt zum traditionellen Neujahrsempfang mit Jochen Nagel ein.

Die Mitgliederversammlung beginnt um 16:30 Uhr in der Aula der MES-Alsfeld. Anschließend gibt es ein festliches Abendessen im Lehrerzimmer und in Café-Sonne.

Anmeldung beim Geschäftsführer oder durch Rücksendung des ausgefüllten Formulars

„Inklusion ist in Hessen nicht gewollt und wird verhindert“

06.10.2012 - ALSFELD

(gsi). Wie vertragen sich Schuldenbremse und inklusive Bildungspolitik? Am Donnerstagabend hatten der Kreisverband Vogelsberg des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Kreisverband Alsfeld der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu einer öffentlichen Diskussion dieser Frage nach Eudorf eingeladen.

Nun ist die Katze aus dem Sack! Die Zuweisung der Ressourcen, also der Stunden, die ein Kind mit Förderbedarf an einer allgemeinbildenden hessischen Schule erhält, ist in den Schulen angekommen. Für die meisten Kinder, die endlich aufgrund der UN-Menschenrechtskonvention in der allgemeinbildenden Schule aufgenommen werden können, bedeutet dies eine extreme Verschlechterung ihres individuellen Lernweges. Konnte das Kind noch im letzten Schuljahr damit rechnen im Rahmen des gemeinsamen Unterrichts eine Förderung durch eine besondere Lehrkraft von beispielsweise 5 Stunden zu erhalten, in einer Klasse zu sein, die mit höchstens 20 Kindern für die besondere gemeinsame Lernsituation zugeschnitten war und ,durch die Beratungs- und Präventionskompetenz einer Förderschullehrkraft gestützt, an der jeweiligen Schule eine Lehrerin zu erhalten, die so zunehmend  professionalisiert wurde, hat es im kommenden Schuljahr davon fast nichts mehr zu erwarten. Dramatische Kürzungen in allen Bereichen der Sonderpädagogischen Förderungen führen zu Kapriolen, die man mit gesundem Menschenverstand nicht erklären kann. Hat so zum Beispiel eine Schule mit einer Philosophie des gemeinsamen Lebens und Lernens beschlossen, die Kinder mit einem besonderen Förderbedarf aufzunehmen und ihnen vor Ort in der Gemeinschaft ihren Platz nicht mehr zu verweigern, wird sie mit einer minimalistischen Zuweisung bestraft. Schulen, die von vorneherein abwiegelten und Kinder, aus welchen Gründen auch immer, nicht aufnehmen wollten, bekommen doch noch eine Nachsteuerung an Stunden. Da bleibt ein fader Beigeschmack! Sollten damit Eltern, die doch an einen Weg durch die juristischen Instanzen dachten, beschwichtigt werden? Fakt ist, dass z.B. an einer Schule, die im kommenden Schuljahr für drei Kinder einen Stundenbedarf von 15 h bekundet hat, in dieser Zuweisung 2,4 h erhält. Das ist so nicht hinnehmbar. Nicht umsonst braucht ein Kind mit besonderem Förderbedarf auch mehr Zeit, mehr Zuwendung und jemanden, der sich ganz speziell mit seinen Bedürfnissen beschäftigt. Dies ist die zentrale Aussage der UN-Behindertenrechtskonvention! Abgesehen davon, braucht jedes Kind in unseren Schulen diese Art von Zuwendung, damit alle mit gleichem Recht auf Bildung ihren Weg ins Leben nehmen können. Auch die hessischen Lehrerinnen und Lehrer haben ein Recht auf angemessene Arbeitsbedingungen. Wenn man ihnen immer mehr aufbürdet, werden sie unter der Last zusammenbrechen. Wie es dann um angemessene Vertretungen bestellt ist, haben die hessischen Eltern ja in den letzten „U-Plus-Jahren“ zur Genüge erfahren. Mit dem Wechsel im Kultusministerium sollte jetzt die Chance genutzt werden, endlich mit dieser unsäglichen Politik des Sparens am falschen Ende aufzuhören. Hoffentlich erkennt die neue Kultusministerin Nicola Beer die Zeichen der Zeit rechtzeitig!

 

Karin Hämmelmann, GEW Fachgruppe Grundschule

AKTIONSTAG der GRUND- und FÖRDERSCHULEN
JA zu Inklusion - NEIN zu den Bedingungen in Hessen
NEIN zum "hess"-lichen Gesicht der Inklusion
Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler GEGEN BILDUNGSABBAU
20. JUNI 2012, 16.30 Uhr, Kirchenplatz in Gießen
Nach der UN Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist auch die Hessische Landesregierung verpflichtet, das Recht auf inklusive Bildung zu verwirklichen. INKLUSION heißt: Alle Kinder – mit oder ohne Beeinträchtigung – gehen wohnortnah in eine Klasse.