Am 16. April konnte bei den Verhandlungen mit dem Land Hessen ein
Tarifergebnis erzielt werden, mit dem für die Tarifbeschäftigten im
hessischen Landesdienst der Anschluss an die Entgeltentwicklung in den
anderen Bundesländern gewährleistet ist. Im Unterschied zum
bundesweiten Tarifvertrag wurden in Hessen als sogenannte soziale
Komponente zwei Ausgleichszahlungen vereinbart, bei denen alle
Entgeltgruppen für sechs bzw. drei Monate den gleichen absoluten
Entgeltbetrag erhalten. Am Ende der Laufzeit (Dezember 2014) werden
aber die Tabellenwerte - parallel zur bundesweiten Entwicklung - in
allen Entgeltgruppen um 5,68% erhöht sein. (Detailliertere
Informationen könnt Ihr den Tarifinformationen April 2013 entnehmen -
auf der GEW-Homepage.


Auch wenn bei einer unserer wichtigen Forderungen, der nach deutlicher
Reduzierung der Zahl der befristeten Beschäftigungsverhältnisse in
Schulen und Hochschulen lediglich eine Zusage zu weiteren Verhandlungen
erzielt wurde, hat unsere Tarifkommission einstimmig die Annahme des
Ergebnisses empfohlen. Zurzeit läuft deshalb die Befragung aller beim
Land Hessen tarifbeschäftigten GEW-Mitglieder, ob sie dem Tarifergebnis
zustimmen.

GEW Mitglieder auf der Mai-Kundgebung des DGBFrank Spieth, Gastredner und ehem. Kreisvorsitzender des DGB Vogelsbergkreis

Oberhessische Zeitung (02.05.13)

Gewohnt kämpferisch präsentierte sich Frank Spieth gestern in Alsfeld: Der frühere DGB-Kreisvorsitzende, der den Vogelsberg vor gut 20 Jahren verlassen hat, war Gastredner bei der traditionellen Mai-Kundgebung des DGB auf dem Alsfelder Marktplatz. Und gleich zu Beginn seiner mehr als 30-minütigen Rede kündigte er an, dass er deutliche Worte finden würde, um die Forderungen der Gewerkschaften zu formulieren.

Und das tat er – und zwar genau so wie in den 80er und Anfang der 90er Jahre, als er Vorsitzender des Vogelsberger DGB und für mitreißende Reden bekannt war.

Wie zuvor schon Kreisvorsitzender Bernhard Bender in der Begrüßung ging Spieth auf die Zunahme von Armut und Altersarmut ein, während auf der anderen Seite „ein immer unverschämterer Reichtum“ festzustellen sei. „Wir lehnen amerikanische Verhältnisse ab. Wir wollen gute und sichere Einkommen, wir wollen ein Leben in Würde“, forderte der frühere DGB-Chef Thüringens. Angesichts der aktuellen Entwicklung müssten die Reichen in der Gesellschaft stärker an der Finanzierung des Gemeinwohls beteiligt werden. Er sprach sich dafür aus, den Spitzensteuersatz auf über 50 Prozent zu erhöhen und die Vermögenssteuer wieder einzusetzen.

Alsfeld (lb). "Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus sind auch in der heutigen Zeit brandaktuelle Themen und selbst im Vogelsbergkreis präsent. Keine Generation ist davon frei und wir alle tragen die Verantwortung für unser gemeinsames Wohl im friedlichen Miteinander", lautete am Montagabend der Tenor in der Alsfelder Max-Eyth-Schule (MES) zur Ausstellungseröffnung von "...Gerade Dich, Arbeiter, wollen wir" - Nationalsozialismus und freie Gewerkschaften im Mai 1933.


"In wenigen Wochen ist es 80 Jahre her, dass der Nationalsozialismus die demokratische Gewerkschaftsbewegung in Deutschland zerschlug und viele Gewerkschaftler verhaftete, folterte und ermordete", eröffnete Claudia Galetzka, Schulleiterin der MES, den Abend. Sie zeigte sich erfreut, dass der Deutsche Gewerkschaftsbund und engagierte Kollegen, insbesondere der Geschichts- und Politiklehrer Ralf Fei, die Ausstellung an der Schule ermöglichten, um den Schülern, Lehrern und der Öffentlichkeit ein fundiertes und umfangreiches Angebot zur Erinnerung an die "Machtergreifung" zu bieten.

Fei nahm als Koordinator der Fachrichtung Politik den "roten Faden" der Schulleiterin auf und vertiefte die Thematik mit ausführlichen Darstellungen. "Laut einer Studie kennen rund 40 Prozent der Jugendlichen nicht den Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie und nur knapp jeder zweite Neunt- und Zehntklässler hat keinen Zweifel am Diktaturcharakter des Nationalsozialismus", gab der Lehrer zu bedenken und erinnerte an den Auftrag von Schule und Gesellschaft, den jungen Menschen eine Möglichkeit zu schaffen, in der sie sich intensiv mit der Bedeutung demokratischer Werte auseinandersetzen könnten.

Frankfurt GEW: Bei den Warnstreiks der Beschäftigten des Landes Hessen traten heute mehrere Tausend Betroffene in den Ausstand. Zum Warnstreik aufgerufen waren unter anderem auch die angestellten Lehrkräfte des Landes, die sozialpädagogischen Fachkräfte an Schulen sowie die Beschäftigten der hessischen Hochschulen. Hessenweit beteiligten sich über 4.000 Beschäftigte an den Arbeitskampfmaßnahmen, darunter auch knapp 300 tarifbeschäftigte Lehrkräfte und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die GEW und die anderen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes verlangen in der Tarif- und Besoldungsrunde 2013 vom Land eine Anhebung der Bezahlung um 6,5 Prozent. Zudem soll endlich die 2009 für die Angestellten tariflich vereinbarte Arbeitszeit von 40 Wochenstunden auf die Beamtinnen und Beamte des Landes übertragen und eine entsprechende Verkürzung der Pflichtstunden der Lehrkräfte vorgenommen werden. Darüber hinaus fordert die GEW eine Beschränkung der an Schulen und Hochschulen weit verbreiteten Befristungspraxis. Befristete Arbeitsverhältnisse sollen verstärkt durch reguläre Beschäftigung ersetzt werden. Ein weiterer Streitpunkt ist der Erholungsurlaub. Hier hatte das Land Hessen die tarifvertragliche Regelung zum Urlaub gekündigt, ohne allerdings bisher einen Vorschlag zu diesem Gegenstand auf den Tisch zu legen.