Niedrige Tarifbindung ist ein Armutszeugnis

Dr. Christoph Stüber, DGB Vogelsberg

Der DGB Vogelsberg machte gestern mit einer Aktion vor dem Alsfelder Bahnhof auf die seit Jahren geringe Tarifbindung aufmerksam. Die aktuellen Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigen, der Anteil der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben liegt bei gerade einmal 49 Prozent. In Ostdeutschland liegt die Tarifbindung sogar nur bei 45 Prozent. Auch der Vogelsbergkreis macht hier keine Ausnahme.
„Das ist ein Armutszeugnis für ein wirtschaftsstarkes Land wie Deutschland“, so Ulf Immelt, Gewerkschaftssekretär der Region Mittelhessen. „Besonders brisant ist das, weil die EU-Mindestlohnrichtlinie klare Vorgaben macht. Mitgliedstaaten mit einer Tarifbindung von unter 80 Prozent müssen eigentlich einen nationalen Aktionsplan zur Förderung von Tarifverhandlungen bis Ende 2025 vorlegen. Deutschland liegt mit 49 Prozent davon meilenweit entfernt. Dass er trotzdem weiter fehlt und das CDU-geführte Bundeswirtschaftsministerium den überfälligen Aktionsplan blockiert, ist politisch nicht zu rechtfertigen. Denn die bisher vorgesehenen Maßnahmen reichen nicht aus“, kritisiert Immelt
Das gerade beschlossene Bundestariftreuegesetz sei ein wichtiger Schritt. „Auch die verabschiedete bessere steuerliche Absetzbarkeit von Gewerkschaftsbeiträgen geht in die richtige Richtung“, sagte die Vorsitzende des DGB-Kreisverband Vogelsberg, Bärbel Grünewald. Aber damit allein wird die Tarifbindung nicht spürbar steigen. Wer es ernst meint mit guten Löhnen, fairen Arbeitsbedingungen und einer starken Tarifbindung, muss mehr tun.
Das ist aus Sicht des DGB auch wirtschaftspolitisch dringend geboten. Denn wenn Tarifverträge fehlen, fehlt nicht nur den Beschäftigten Schutz und Sicherheit. Es fehlt auch Kaufkraft. Gerade in Zeiten hoher Preise für Lebensmittel, Energie und Mobilität seinen Tarifverträgen ein zentrales Mittel, um Einkommen zu stabilisieren und Reallohnverluste auszugleichen. Der DGB beziffern die Schäden der geringen Tarifbindung auf 58 Milliarden Euro weniger Kaufkraft pro Jahr. „Wer die Binnenkonjunktur stärken will, muss deshalb die Tarifbindung stärken“, so Christoph Stüber, der die GEW im DGB-Kreisvorstand vertritt.
„Unsere Vorschläge liegen längst auf dem Tisch. Mit unseren Mitgliedsgewerkschaften haben wir einen umfassenden Aktionsplan vorgelegt“, ergänzt Immelt. Tarifverträge müssen leichter allgemeinverbindlich werden. Gewerkschaften brauchen besseren Zugang zu den Betrieben. Tarifflucht und Mitgliedschaften ohne Tarifvertrag in Arbeitgeberverbänden müssen eingedämmt werden. Beschäftigte und Betriebsräte brauchen wirksamen Schutz vor Union-Busting. Es fehlt also nicht an Ideen, sondern am politischen Willen zur Umsetzung. Jetzt muss die Bundesregierung endlich liefern und einen wirkungsvollen Aktionsplan vorlegen, so die Gewerkschafter abschließend.

Hart verdient!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, die GEW Hessen ruft auf, gemeinsam mit den Mitgliedern aller DGB-Gewerkschaften dem Spardiktat der Bundesregierung entgegenzustellen. 
Unter dem Motto „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente. Die Bildungschancen Deiner Kinder.“ demonstrieren wir am Samstag, den 26. September 2026, ab 11 Uhr in Frankfurt (Willy-Brandt-Platz/Gallusanlage). Die Abschlusskundgebung findet um 13 Uhr am Opernplatz statt. Gib den Aufruf gerne weiter und komme mit Deiner Familie und Deinen Freund*innenen zur Demonstration nach Frankfurt!  

 Der DGB hat hessenweit regionale Abfahrtsorte für Busse organisiert. Hier geht es zur Anmeldung:  Sichere Dir jetzt >>hier<< dein Busticket

In Alsfeld fährt der Bus um 08:30 Uhr an der Stadthalle

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Rathaus Alsfeld mit Skelett in Arbeitskleidung

Arbeiten bis zum „sozialverträglichen Ableben“?

Ersatzlose Streichung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren, stattdessen schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre. Außerdem soll durch die Einführung weiterer kapitalgedeckter Elemente dem Zocken mit der Altersvorsorge der Versicherten an den Börsen Tür und Tor geöffnet werden. So sehen die von der Rentenkommission und von der Bundesregierung abgenickten Pläne zur Rente aus.

Damit nicht genug: Geht es nach den Vorstellungen aus dem Bundeskanzleramt, wird das Arbeitszeitgesetz ausgehöhlt und der 8-Stunden-Tag abgeschafft. 13-Stunden-Schichten sind dann möglich. Gleichzeitig werden tarifliche Regelungen zur Arbeitszeit immer wieder in Frage gestellt. Die 35-Stunden-Woche sei angeblich nicht mehr zeitgemäß, heißt es immer häufiger aus den Vorstandsetagen.

So wird mit der Gesundheit und letztlich mit dem Leben der Beschäftigten gespielt. Dies möchte der DGB auf dem Marktplatz in Alsfeld u. a. mit einem Skelett in Arbeitskleidung verdeutlichen.

Donnerstag 20. August 17 Uhr, Markplatz Alsfeld

Sozialstaat unter Beschuss

Mit Kai Eicker-Wolf (DGB Hessen-Thüringen/ GEW Hessen)

Der Sozialstaat steht in der Kritik: Er gefährde die Wettbewerbsfähigkeit, sei unfinanzierbar, ineffizient, bestrafe Leistung und setze falsche Anreize. Unternehmenslobby, Liberale und Rechte wollen ihn deshalb marktradikal umbauen und Aufgaben sowie Ausgaben streichen. In Zeiten wachsender sozialer Ungleichheit und globaler Krisen stellt sich die Frage nach seiner Zukunft daher immer drängender. Was aber ist unter einem Sozialstaat zu verstehen? In welchem Zusammenhang steht er mit Markt und Kapitalismus? Kann er soziale Gerechtigkeit stärken und soziale Ungleichheit abbauen? Was sind die Strukturen und Besonderheiten des deutschen Sozialstaats? Wie wirkten sich die neoliberalen Reformen der letzten Jahrzehnte und die aktuellen Pläne von Kapitalverbänden und Politik aus – angefangen bei sozialer Absicherung über die Regulierung von Arbeitsverhältnissen bis hin zu Fragen von Gesundheit, Wohnen, Bildung, Erziehung, Sozialer Arbeit, Pflege und Altersvorsorge. Wie kann eine Antwort von Gewerkschaften und Sozialverbänden auf diesen Frontalangriff aussehen?

KI im Betrieb – und jetzt?

Am 25. März 2026 findet von 9:00 bis 15:00 Uhr im DGB-Haus Gießen (Dachsaal) unser erstes Netzwerktreffen im Rahmen des Pilotprojekts „Transfer Arbeitsweltberichterstattung | Betriebliche Mitbestimmung“ statt.

Die Einladung richtet sich an Betriebs- und Personalräte, Schwerbehindertenvertretungen sowie weitere Interessierte.

Ziel ist es, eine möglichst breite und branchenübergreifende Beteiligung aus ganz Mittelhessen zu erreichen.

Beim Netzwerktreffen unter dem Titel „KI im Betrieb – Und jetzt?“ geht es um eine zentrale strategische Frage für betriebliche Interessenvertretungen: Wie können Betriebs- und Personalräte den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Betrieb erkennen, einordnen und aktiv mitgestalten? Viele Betriebe führen derzeit KI-gestützte Anwendungen ein – oft mit erheblichen Auswirkungen auf Arbeitsprozesse, Leistungsbewertung und Kontrollmöglichkeiten. Umso wichtiger ist es, dass Interessenvertretungen frühzeitig Wissen, Austausch und konkrete Handlungsperspektiven entwickeln.

Der Workshop bietet daher die Möglichkeit:

  • sich branchenübergreifend über Erfahrungen auszutauschen,
  • Handlungsspielräume der Mitbestimmung beim Einsatz von KI zu diskutieren und
  • gemeinsam zu erarbeiten, welche betrieblichen Regelungen künftig besonders wichtig werden.

Kai Degenhardt – Tour 2026

„Zwischen Tellerrand und Horizont“

Der bekannte Musiker und Liedermacher Kai Degenhardt hat einen neuen Tonträger veröffentlicht und ist im Rahmen von Vormaiveranstaltungen zwischen dem 28. – 30. April auch in Mittelhessen unterwegs.

28.04.2026, 19:00 Uhr in der Adolf-Spieß-Halle in Lauterbach
Eine Veranstaltung des DGB Kreisverband Vogelsberg

Er zählt zu den profiliertesten politischen Liedermachern deutscher Pro­venienz, der in seiner künstlerischen Arbeit eine klare antifaschistische Haltung einnimmt und dabei selbstverständlich auf das konkret Gesell­schaftliche und die darin wirkenden Herrschaftsverhältnisse Bezug nimmt. Kai Degenhardt zeigt auf, dass ein Sich-Abfinden und -Einrichten in den von äußeren und inneren Zeitenwenden geprägten, dabei immer autoritärer, fremdenfeindlicher und brutaler sich ausformenden, deutschen Zuständen keine Option ist.

Seine Karriere startete der in Hamburg lebende Musiker Ende der 1980er-Jahre als musikalischer Begleiter und Produzent seines Vaters, dem 2011 verstorbenen Liedermacher Franz Josef Degenhardt. Er hat
seitdem acht eigene Alben als Solo-Künstler veröffentlicht. Im Jahr 2023 erschien von ihm im Papyrossa-Verlag: „Wessen Morgen ist der Morgen“ – ein Sachbuch über die Geschichte des Arbeiterlieds.

In seinem aktuellen Programm wird Kai Degenhardt nicht nur Stücke des im Frühjahr erscheinenden neuen Albums „Zwischen Tellerrand und Horizont“ spielen. Es werden auch ein paar ältere, solche aus der Liederkiste der linken Bewegung und sicher auch einige Songs aus dem Werk seines Vaters auf der Setliste stehen.

Man spürt, dass da einer der ganz wenigen zeitgenössischen Vertreter singt, die in diese Tradition des literarisch anspruchsvollen Chansons gehören, welche mit Namen wie Wedekind, Tucholsky, Georges Brassens, Fabrizio De André und natürlich Franz Josef Degenhardt ver­bunden ist.

„…Kai Degenhardt ist einer der wenigen Liedermacher seiner Generation, der sowohl mit einer klaren politischen Position als auch mit musikalischen Ideen aufwarten kann.“ (Jazzthetik)

Holocaust-Gedenktag 2026

Im September 2025 wurde in Alsfeld im Rahmen der 7. Alsfelder Kulturtage der 43. Stolperstein verlegt. Der Künstler und Initiator Gunter Demnig setzte damit erstmals ein Zeichen für ein Opfer der „Euthanasie“-Mordaktionen: Elise Emilie Rau, die am 21. Februar 1941 in Hadamar ermordet wurde. Während die bisherigen 42 Steine an jüdische Opfer des Holocausts erinnern, konnten mittlerweile mindestens 51 Opfer identifiziert werden. Somit stehen noch neun Stolpersteine in Alsfeld aus.

Am Holocaust-Gedenktag, dem 27. Januar 2026, soll an diese neun Menschen erinnert werden: Sara Lind (Alicestr. 10), Siegmund Lindenbaum (Marburger Str. 1), das Ehepaar Ida und Philipp Moses sowie Susanne Rothschild (Jahnstr. 5), das Ehepaar Albert und Cilly Stein sowie das Ehepaar Henny und Levi Stein (alle Fulder Tor 1).

Die diesjährige Gedenkfeier, eine Zusammenarbeit des SPD-Ortsvereins Alsfeld und des DGB-Kreisverbands Vogelsberg, findet am 27. Januar um 17:00 Uhr am Gedenkstein vor dem Amtsgericht statt. Nach einem Grußwort von Bürgermeister Paule wird Dr. Monika Hölscher in ihrem Beitrag an die Opfer aus Alsfeld erinnern.

Demokratie braucht dich!

Am Mittwoch, den 24. September 2025, um 18:30 Uhr laden der SPD-Ortsverein Romrod, die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA), der DGB sowie die Jusos zu einer besonderen Abendveranstaltung ins Dorfgemeinschaftshaus Zell ein.

Unter dem Motto „Demokratie braucht dich!“ steht der Abend ganz im Zeichen von Mitbestimmung, Ehrenamt und dem Einsatz für ein starkes Miteinander. Denn Demokratie lebt vom Mitmachen – ob in Vereinen, Initiativen oder den kommunalen Gremien vor Ort. Nur so entsteht Zusammenhalt mit Zukunft.

Was Menschen in die Arme von Antidemokraten treibt und wie wir diesem Trend entgegenwirken können, das greift Dr. Ulf Immelt (Organisationssekretär, DGB-Region Mittelhessen) mit einem Impulsvortrag zum Thema „Extremismus“ auf. Dabei wird er unter anderem Ergebnisse aus einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung und Handlungsempfehlungen für mehr Beteiligung vorstellen.

Einen wichtigen Beitrag zum Miteinander leisten Ehrenamtliche in unterschiedlichen Bereichen, weshalb diese anschließend zu Wort kommen sollen. In einem Interviewformat können sie von ihrer Arbeit in Vereinen, der Bedeutung von Gemeinschaft und Möglichkeiten der Mitbestimmung berichten.

Zum Abschluss sind alle Teilnehmenden eingeladen, sich auszutauschen und dabei zentrale Fragen in den Blick zu nehmen: Was macht ehrenamtliches Engagement aus? Warum ist ein demokratisches Romrod wichtig? Und wie kann ich selbst dazu beitragen?

Die Veranstalter betonen: Gerade in Zeiten, in denen antidemokratische Stimmen lauter werden, ist es wichtig, gemeinsam ein Zeichen für Demokratie und Zusammenhalt mit Zukunft zu setzen, denn nur so könne der Vogelsberg „Heimat mit Zukunft“ bleiben.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen – egal ob bereits aktiv oder noch auf der Suche nach dem richtigen Platz für ihr Engagement.

Der Krieg ist nichts als die Geschäfte…

Ernstes und Heiteres aus Kabarett, Satire und Poesie gegen Kriegstüchtige von Tucholsky, Kästner, Brecht, Karl Valentin und anderen.

Gesungen und gesprochen von Erich Schaffner, am Klavier begleitet von Georg Klemp:

Erich Schaffner singt und spricht „Der Krieg ist nichts als die Geschäfte…“

Freitag, 05. September 2025, 19:00 Uhr, Rambachhaus, Alsfeld
Lieder und Gesprochenes für und gegen den Krieg von Wolfgang Goethe über Karl Valentin, Bert Brecht bis Joseph Fischer. Am Klavier begleitet von Georg Klemp. Sie ist unruhvoll, die Generation der Künstler, die zwei Weltkriege nicht verhindern konnte. Sie sehen, was ihre Landsleute heute nicht sehen wollen, die Tucholsky, Brecht, Mühsam, Kästner, Weinert, Kraus, Seghers, die Busch, Eisler, Picasso… Wer noch nicht blind ist, komme zu sehen, wer nicht taub, höre!

„Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde. Lasst uns die Warnungen erneuern, und wenn sie schon wie Asche in unserem Munde liegen…“ hatte Brecht 1953 geschrieben. Die Generation, die von Kriegen die Schnauze voll hatte, stirbt aus. Schaffner, von dieser Generation politisch geprägt, erneuert die Warnungen für die Jungen. Woran liegt es, dass Schüler und Schülerinnen denen er die Lieder und Gedichte der Tucholsky, Brecht, Kästner, die Texte von Kraus und Valentin vorträgt, so beeindruckt sind? Die scheinen nicht zu veralten…Leider!

Nie wieder ist Jetzt!

»Nie wieder ist Jetzt!« Aufstehen für Demokratie und ein friedliches Zusammenleben
Unser gemeinsames Interesse ist, so viele Menschen wie möglich auf die Straße zu bekommen, um ein klares, friedliches Zeichen gegen Rechtsextremismus, Hass, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Wir treffen uns am

Montag, 5. Februar 2024 17:30 Uhr · Lauterbach · Marktplatz

Unsere Vogelsberger Gesellschaft steht zusammen – wir vereint, gegen rechtsextreme Hetze Hass und Gewalt!
Das aufgedeckte Geheimtreffen von Rechtsextremen und AfD-Funktionären in Potsdam zeigt, in welchem Ausmaß unsere Demokratie unter Beschuss steht.
Bei der Veranstaltung wurden Pläne geschmiedet, wie massenhaft Menschen
mit Migrationsbiografie aus Deutschland abgeschoben und deportiert werden könnten. Die AfD macht mit ihrer rechten Hetze menschenverachtende Politik und Rhetorik salonfähig.
Der Rechtsruck ist auch im Vogelsberg deutlich spürbar und gefährdet unsere Demokratie.
Wir schauen nicht länger still zu. Unsere Demokratie muss verteidigt und gestärkt werden. Und das zeigen wir alle gemeinsam!
Lauterbacher Initiative für Demokratie